Unterschätzte Gefahr – Osteoporose
Osteoporose wird als Zivilisationskrankheit oftmals unterschätzt und nicht als lebensbedrohlich angesehen. Für die Betroffenen stellt die Erkrankung jedoch eine deutliche Verminderung ihrer Lebensqualität dar. In Österreich sind rund 700.000 Personen betroffen, eine Zahl, die durch die steigende Lebenserwartung rapide wachsen wird. Die Initiative LebensBasisKnochen startet daher eine Kampagne zur Aufklärung der österreichischen Bevölkerung.
Die steigende Zahl der Osteoporose-Betroffenen und die daraus resultierenden hohen Behandlungskosten haben die Initiative LebensBasisKnochen dazu veranlasst, eine bundesweite Osteoporose-Informationskampagne zu initiieren. Unterstützt wird sie von allen relevanten Gruppierungen des österreichischen Gesundheitssystems. Prävention und Risikoabklärung fokussierend, sollen im Zuge der Kampagne einige grundlegende Fakten im Bewusstsein der Bevölkerung verankert werden.
VORSORGE DURCH GESUNDEN LEBENSSTIL, KALZIUM UND VITAMIN D
Zu den Risikofaktoren für Osteoporose zählen neben dem Alter genetische Ursachen, Lebensstilaspekte, hormonelle Veränderungen sowie die Einnahme verschiedener Medikamente. Dabei wird ersichtlich, dass jeder einzelne Mensch auf seine Knochengesundheit einen entscheidenden Einfluss nehmen kann. Neben Verzicht auf Nikotin und ausreichender Bewegung spielt vor allem eine ausgewogene Ernährung eine große Rolle, um Osteoporose vorzubeugen. Um eine möglichst hohe Knochendichte zu erhalten, sollte die Prävention bereits im Kindesalter beginnen. Ein stabiles Knochenwachstum ist jedoch nur mit einer ausreichenden Versorgung mit Kalzium und Vitamin D gewährleistet. Dennoch nimmt jedes zweite Kind in Österreich zu wenig Kalzium zu sich, bei Vitamin D handelt es sich sogar um 90 Prozent der Kinder. „Mit einer gesunden Lebensführung und der Zufuhr von Kalzium und Vitamin D kann bereits im Kindesalter viel erreicht werden. Der Kernpunkt bei allen Strategien zur Senkung des Osteoporose-Risikos ist die frühe Optimierung der Peak-Bone-Mass. In der Kindheit sollte man daher schon beginnen, auf sein Knochenkonto ’einzuzahlen‘“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Anita Rieder, Präsidentin des Vereins Altern mit Zukunft.
RECHTZEITIGE DIAGNOSE UND PASSENDE THERAPIE
Neben der Förderung der Prävention ist es vor allem wichtig, dafür zu sorgen, dass die betroffenen Menschen so früh wie möglich mit der Therapie beginnen, um die gefährlichen Auswirkungen der Krankheit zu reduzieren. „Es gilt, die richtigen Patienten zu diagnostizieren und diese so schnell wie möglich einer optimalen Therapie zuzuführen“, so Franz Bittner, Obmann der Wiener Gebietskrankenkasse. Um Osteoporose zu diagnostizieren, ist eine Knochendichtemessung notwendig, die aber nur bei potenziellen Risikopatienten durchgeführt werden soll. In diesem Zusammenhang kommt dem Allgemeinmediziner eine wichtige Rolle zu, wie Dr. Erwin Rebhandl, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) untermauert: „Das Ziel des Allgemeinmediziners ist es, die Risikopatienten zu identifizieren und die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten.“ Doch gleich welcher Therapie der Patient zugeführt wird, bleibt die tägliche Zufuhr von Kalzium und Vitamin D erforderlich. Auch gibt es hinsichtlich der Compliance noch viele Mängel auszugleichen. „Medikamente werden von den Patienten oft nicht bzw. nicht regelmäßig genommen und auch die Zufuhr von Kalzium und Vitamin D innerhalb der Therapie ist mangelhaft“, resümiert Mag. Beate Hartinger, stellvertretende Generaldirektorin des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger. Aus diesem Grund gilt es nicht nur beim Patienten, sondern auch beim Arzt und Apotheker ein verstärktes Bewusstsein zu schaffen. „Es geht darum, den Patienten dahin zu bringen, dass er mit seiner Krankheit möglichst ohne Einschränkung der Lebensqualität leben kann. Heinrich Burggasser, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer.
In diesem Sinne bittet MR Dr. Walter Dorner, Präsident der Österreichischen Ärztekammer, auch Sie um Ihre Unterstützung: „Erfolgreich kann diese Arbeit nur mit Ihrer Hilfe sein, da nur Sie als Arzt die Inhalte der Osteoporose-Kampagne letztendlich über den Aktionsraum hinaus an Ihre Patienten kommunizieren können.
Die Zitate Bittner, Burggasser, Hartinger, Rebhandl und Rieder sind ein Auszug des Excerpts der Diskussionsreihe Ultima Ratio zum Thema „Volkskrankheit Osteoporose“ vom 28. Februar. 2007, in welchem die Anfänge der Kampagne festgehalten sind. Zur leichteren Lesbarkeit wurde die männliche Form der Schreibweise von personenbezogenen Hauptwörtern gewählt. Frauen und Männer werden im Text aber natürlich gleichermaßen angesprochen.
OSTEOPOROSE-INFORMATIONSKAMPAGNE
Aktionszeitraum: 20. August bis 5. September 2007
Aktionen: Pressekonferenz am 20. August 2007,
Vorstellung der Kampagne mit der Präsentation des Ersten Österreichischen Osteoporoseberichts
City Lights (österreichweit)
Hörfunk Spots auf österreichischen Privatsendern
Poster und Broschüren für Patienten und Kunden, die an Ärzte und Apotheker verschickt wurden
Rückfrage:
Für Fragen zur Informationskampagne oder zur Bestellung des „Ultima RatioExcerpts“ wenden Sie sich bitte an: infono@sonicht.lebensbasisknochen.at
© Österreichische Ärztezeitung Nr. 15-16 / 15.08.2007





