ÖÄZ 13/14 - 15.07.2009neu & aktuell – medizinische Kurzmeldungen

neu & aktuell - Medizinische Kurzmeldungen (15.07.2009)


Passivrauch erhöht Diabetesrisiko um das Vierfache


Nichtrauchende Jugendliche, die Passivrauch ausgesetzt sind, weisen ein viermal höheres Risiko für ein metabolisches Syndrom auf. Für rauchende Jugendliche ist dieses sogar sechsmal höher. Tabakrauchende Erwachsene erkranken doppelt so häufig an Diabetes wie Nichtraucher. Besonders gefährdet sind Jugendliche und Frauen. Passivrauch ist für Diabetiker hinsichtlich der Entwicklung einer Arteriosklerose ebenso gefährlich wie aktiver Tabakkonsum. „Mehrere Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Rauchstopp hinsichtlich der Risikoverminderung effektiver als die Behandlung mit Diabetes-Medikamenten ist“, erklärte Univ. Prof. Hermann Toplak von der Medizinischen Universität Graz. APA


Psoriasis erhöht Atherosklerose-Risiko


Das haben US-amerikanische Forscher anhand der Daten von 3.200 Psoriasis-Patienten herausgefunden. Bei den Psoriasis-Patienten stellten die Ärzte deutlich häufiger die Diagnose Atherosklerose; außerdem litten die Betroffenen häufiger an Gefäßerkrankungen des Herzens und des Gehirns. Auch war die Mortalität doppelt so hoch wie bei Personen ohne Psoriasis. APA/Archives of Dermatology


Strahlentherapie erhöht Insultrisiko


Eine Strahlentherapie des Hodgkin-Lymphoms erhöht das spätere Risiko für einen Schlaganfall oder für eine transitorische ischämische Attacke im Vergleich mit der Durchschnittsbevölkerung um mehr als das Doppelte. Besonders gefährdet sind junge Patienten, fand das niederländische Krebszentrum in Amsterdam nach der Analyse der Daten von 2.200 Personen heraus. APA/Journal of the National Cancer Institute


Neue Substanz gegen Angststörungen

Im Versuch mit Labor-Ratten und an gesunden Probanden haben deutsche Forscher Erfolge mit einer neuen Substanz gegen Angststörungen erzielt. XBD173 moduliert über mehrere Zwischenschritte den menschlichen GABA-A-Rezeptor, was zu einer angstlösenden Wirkung führt. Die Substanz XBD173 beeinflusste dabei positiv die Synthese von körpereigenen Neuro-Steroiden und bewirkte so die Dämpfung der neuronalen Kommunikation. Auch auf der Verhaltensebene zeigte XBD173 im Tiermodell eine angstlösende Wirkung, ohne dass sedierende Effekte wie etwa bei Benzodiazepinen beobachtet werden konnten. Die Substanz wurde inzwischen auch an gesunden Menschen getestet, bei denen künstlich Angstzustände ausgelöst worden waren. Der Versuch gelang, die Substanz linderte die Ängste, ohne Nebenwirkungen zu verursachen. Der Vorteil der neuen Substanz gegenüber Benzodiazepinen und Antidepressiva: Sie wirken rasch und ohne Nebenwirkungen. Jetzt sollen große Studien gestartet werden, bis zur Marktreife werden allerdings noch Jahre vergehen. APA/Science


Hirnoperation mit Ultraschall

An der Universitäts-Kinderklinik Zürich wurden weltweit erstmals zehn Patienten mit Hochenergie-Ultraschall operiert. Die Eingriffe werden in einem klinischen Magnetresonanzsystem durchgeführt, das mit einem Hochenergie-Ultraschall-Forschungssystem zu einer Plattform für bildgesteuerte, nicht-invasive Eingriffe aufgerüstet wurde. Mittels MRI wird der Ultraschall laufend überwacht, durch die intakte Schädeldecke des Patienten ins Gehirn übertragen und in einem Brennpunkt von drei bis vier Millimetern Durchmesser konzentriert. Durch die räumlich scharf definierte Erhitzung auf bis zu 60 Grad werden einzelne oder mehrere Operationsziele verödet. Die seit September 2008 erfolgten Operationen sind erfolgreich und ohne Komplikationen verlaufen. APA 


© Österreichische Ärztezeitung Nr. 13-14 / 15.07.2009



by indesign und landwirt.com