ÖÄZ 23/24 - 15.12.2009Schwerpunkte der Gesundheit Österreich GmbH

Gesundheit Österreich GmbH


Die nächsten Vorhaben


Die Finanzierung der Krankenanstalten, die Bedarfsplanung im Gesundheitsbereich für Bund und Länder sowie Bemühungen um eine verstärkte Qualitätssicherung – das sind die Schwerpunkte der Gesundheit Österreich GmbH in den kommenden beiden Jahren.
Von Kurt Markaritzer

Geschäftsführer Arno Melitopulos, der sich mit rund 140 Mitarbeitern der verschiedensten Fachgebiete den Themen Strukturplanung, Qualitätssicherung und Gesundheitsförderung widmet, skizzierte bei einer Pressekonferenz Ende November in Wien diese Schwerpunkte für die kommenden ein bis zwei Jahre.

Die nächsten konkreten Initiativen schilderte Eva-Maria Baumer, die Leiterin des 2007 eingerichteten Bundesinstituts für Qualität im Gesundheitswesen (BIQG). Es sind so genannte integrierte Versorgungsrichtlinien für bestimmte Krankheiten, die von der Prävention bis zur Therapie die bestmögliche Versorgung über die medizinische Behandlung hinaus sicherstellen sollen. Derartige Leitlinien werden derzeit für Diabetes, Demenz, COPD, Parkinson und Brustkrebs vorbereitet, wobei beim Brustkrebs die Früherkennung im Mittelpunkt der Überlegungen steht. Fertig gestellt werden sollen sie im Jahr 2010, in dem auch die offizielle Begutachtung erfolgt.

Generell baut das Institut auf zahlreichen Initiativen zur Steigerung der Qualität auf, betonte Baumer: „Es gab und gibt viele engagierte Projekte und wir entwickeln auf dieser Basis in Zusammenarbeit mit den Partnern ein Qualitätssystem für Österreich, das transparent und patientenorientiert ist und auf wissenschaftlichen Methoden beruht.“ Melitopulos ergänzte: „Wir bemühen uns generell, einerseits Experten verschiedenster Disziplinen an einen Tisch zu bringen, andererseits aber auch die Interessen jener zu vertreten, welche das Gesundheitssystem bezahlen. Dabei wollen wir jedem Lobbyismus entgehen. Das ist eine große Herausforderung, aber die gehört eben zu unseren Aufgaben.“

Weil es angesichts der verschiedenen Themen und der unterschiedlichen Interessen vieler Beteiligten hin und wieder hitzige Diskussionen gibt, bemüht sich die Gesellschaft um fundierte Daten als Grundlage für eine möglichst objektive Betrachtung. Geplant ist in dem Zusammenhang der Aufbau einer österreichweiten Qualitätsberichterstattung. Sie wird, so Eva-Maria Baumer, der „Information der Bevölkerung und der Gesundheitsdienstleister dienen und weitere Verbesserungen des Gesundheitssystems ermöglichen“. Gesucht wird auch die verstärkte Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO, sagt Melitopulos: „Wir wollen ein Premium-Partner der WHO werden.“

Eine der wesentlichen Aufgaben der Gesellschaft ist die Gesundheitsförderung und Prävention, um die sich der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) als nationale Kompetenzstelle bemüht. Der Fonds fördert diverse Projekte und führt Kampagnen durch. Insgesamt flossen bisher mehr als 36 Millionen Euro in die Unterstützung von mehr als 720 Projekten. „Die Bündelung der Aktivitäten ist von zentraler Bedeutung“, betonte der Leiter des FGÖ, Christoph Hörhan. „Wir haben begrenzte Mittel zur Verfügung und müssen dafür sorgen, dass sie möglichst wirksam und nachhaltig eingesetzt werden.“ Im Mittelpunkt der Maßnahmen stehen drei Bereiche: Projekte auf kommunaler Ebene, Gesundheitsförderung in den Betrieben sowie gesundheitsfördernde Maßnahmen in Schulen.


Die drei Standbeine


Die Gesundheit Österreich (GÖG) wurde im Jahr 2006 als nationales Forschungs- und Planungsinstitut für das Gesundheitswesen sowie als Kompetenz- und Förderstelle für die Gesundheitsförderung errichtet.

Das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) und der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), etablierte Einrichtungen seit 1973 beziehungsweise 1998, wurden als Geschäftsbereiche eingegliedert. Im Jahr 2007 folgte das Bundesinstitut für Qualität im Gesundheitswesen (BIQG) als dritter Geschäftsbereich.


© Österreichische Ärztezeitung Nr. 23-24 / 15.12.2009


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