editorial

Die Krise der Medizin ist keine Krise der Ressourcen, sondern eine Krise der Grundhaltungen - mit dieser Grundthese ließ der Medizinethiker Univ. Prof. Giovanni Maio in seiner Festrede zum 60-Jahr-Jubiläum der ÖÄK aufhorchen. Und weiter: Durch das Diktat des Marktes habe sich die Medizin auch innerlich verändert; ihr Kerngehalt - die bedingungslose Zuwendung zum Menschen - gehe zunehmend verloren. Und im Zuge der Effizienzbestrebungen habe man schließlich das wegrationalisiert, was zentral ist für die Gesundung von Menschen: Zeit für Zuwendung. Maio hielt der modernen Medizin einen Spiegel vor: Sie spricht nur noch von Dienstleistungen, Kunden, Qualitätsmanagement und Marketing. Die Medizin hingegen müsse wieder eine Beziehungsmedizin werden, eine sprechende Medizin - die allerdings nicht nur über Apparate spricht.
Alle Vertragspartner miteinander müssen bemüht sein, dass das - nämlich die Zeit für Gespräche und Zuwendung - im medizinische Alltag möglich ist.
Aber lesen Sie selbst - wir bringen Teil 1 des Vortrags in dieser Ausgabe der ÖÄZ!
Herzlichst,
Dr. Agnes M. Mühlgassner
Chefredakteurin





