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ArchivÖÄZ 2017ÖÄZ 12 - 30.06.2017

Arbeitsmedizin


Vielfältig und gefragt


Aktuell ist jeder dritte Erwerbstätige über 50 Jahre alt – damit ist diese Gruppe doppelt so groß wie jene der „jungen“ Erwerbsfähigen zwischen 20 und 29 Jahren. Umso größer wird die Herausforderung, ältere Arbeitnehmer länger und gesund im Arbeitsprozess zu halten. Wie das gelingen kann? „Der erste Ansprechpartner und Experte auf diesem Gebiet ist der Arbeitsmediziner“, so Stefan Koth, Geschäftsführer der Österreichischen Akademie für Arbeitsmedizin und Prävention. Die Expertise des Arbeitsmediziners kann einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, altersgerechtes Arbeiten zu ermöglichen, altersgerechte Arbeitsplätze zu schaffen sowie die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der älteren Beschäftigten so gut wie möglich zu erhalten und zu fördern. So können eine gut gestaltete Arbeit, ein altersgerechter Arbeitsplatz und entsprechende Arbeitsbedingungen gesundheitsfördernd wirken und die Arbeitsleistung positiv beeinflussen.

„Die Aufgaben der Arbeitsmediziner sind in den letzten Jahren mit Sicherheit vielfältiger geworden“, weiß Koth. Eine der wesentlichsten Aufgaben wird es sein, Menschen mit chronischen Erkrankungen ihrem Gesundheitszustand angepasst zu beschäftigen beziehungsweise nach einer längeren Erkrankung wieder einzugliedern. Darauf reagiert auch das Wiedereingliederungsteilzeitgesetz, das mit 1. Juli des Jahres in Kraft tritt. Auch hier ist die Expertise des Arbeitsmediziners gefragt, muss er doch bei der Erstellung eines Wiedereingliederungsplans mitwirken. Denn: Eine zeitnahe Integration ist einerseits für den Arbeitnehmer besonders wichtig, um in den Arbeitsprozess zurückzufinden. Die Wiederaufnahme der Arbeit kann andererseits auch den Genesungsprozess wesentlich unterstützen. Weil Experten auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin Mangelware sind, sind die Berufschancen ausgezeichnet. Seit 2014 bietet die Österreichische Akademie für Arbeitsmedizin und Prävention (AAMP) gemeinsam mit der MedUni Graz einen Universitätslehrgang Arbeitsmedizin an. Weitere Informationen: www.aamp.at



© Österreichische Ärztezeitung Nr. 12 / 30.06.2017