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ArchivÖÄZ 2017ÖÄZ 17 - 10.09.2017

Vienna School of Clinical Research: Wissensvermehrung in Zahlen


Die tatsächliche Wissensvermehrung nach dem Besuch von Fortbildungsveranstaltungen liegt zwischen acht und 53 Prozent. Mit einem neuen Konzept will die Vienna School of Clinical Research, ein unabhängiges Fort- und Ausbildungszentrum, punkten. Von Christina Schaar


Mit dem Wegfall des Eisernen Vorhangs verlagerten viele Pharmafirmen die klinische Forschung in Richtung Osten. Das war die Motivation, im Jahr 2000 die Vienna School of Clinical Research (VSCR) zu gründen, erklärt deren Geschäftsführer Univ. Prof. Heinz Klech. Gutes Forschungsmaterial war zwar vorhanden; es gab jedoch ein großes Problem: die Ausbildung der Mitarbeiter. „Da klinische Forschung sehr sensibel ist und die Patientenforschung rigiden ethischen Verhaltensregeln unterliegt, haben wir diesen Schritt gewagt“, erzählt Klech. Sowurde sukzessive ein unabhängiges Fort- und Ausbildungszentrum etabliert.

Als Non-Profit-Organisation, die das Ziel hat, Fortschritte der Wissenschaft zugunsten des Patienten zu nützen und klinische Forschungsergebnisse im Sinne einer Gesundheitsökonomie rascher zu den Patienten zu bringen, kooperiert die Vienna School of Clinical Research sehr erfolgreich mit den unterschiedlichsten nationalen und internationalen akademischen Institutionen. Findet zum Beispiel eine Veranstaltung in Österreich statt, so kommen 80 Prozent der Teilnehmer aus Österreich, 20 Prozent aus dem Ausland. „Findet ein Programm in Afrika statt, so ist das Programm sehr spezifisch auf das Land ausgerichtet“, berichtet Klech. Die Finanzierung dafür erfolgt beispielsweise durch europäische Grants-Förderung oder die Bill Gates-Stiftung. Mehr als 9.000 Ärzte und Naturwissenschafter  aus über 90 Ländern wurden in Kursen der Vienna School of Clinical Research auch in China, den USA, Indien und Afrika ausgebildet.

Ein Schwerpunkt der Vienna School of Clinical Research stellt die personalisierte Medizin dar. Klech dazu: „Die heutige Medizin macht große Fortschritte, sich bei der notwendigen Therapie am individuellen Patienten zu orientieren und immer besser maßgeschneiderte Lösungen anzubieten.“ Die Veranstaltungen haben jeweils einen Themenschwerpunkt, der in mehreren Aspekten beleuchtet wird. Bisher war dies etwa ein „Science Summit Kardiologie“, „Herausforderung Adipositas: Konservative und chirurgische Intervention“ und „Personalisierte Therapie in der Pneumologie“. Science Summit Augenheilkunde am 1. Dezember 2017 ist der nächste thematische Schwerpunkt. Ausgewählt werden die Themen vom „Educational Advisory Board“ unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. Heinz Weber.

Um das in den Veranstaltungen erworbene Wissen messen zu können, wird dieses Wissen zum ausgewählten Themenschwerpunkt abgefragt: zunächst vor, dann nach der Veranstaltung. „Ein erfolgreiches Konzept“, betont Klech. „Was uns von anderen unterscheidet: Wir erfassen damit tatsächlich den Grad der Wissensvermehrung“. Und die Zahlen können sich sehen lassen: Es konnte eine Wissensvermehrung zwischen acht und 53 Prozent (im Durchschnitt 28 Prozent) festgestellt werden.

Seit dem Jahr 2016 unterliegen alle Veranstaltungen der Vienna School of Clinical Research überdies einer verpflichtenden und kontinuierlichen Qualitätskontrolle und strengen Standards für universitäre postgraduale Fortbildung. „Diese Qualitätssicherungen für europäische Standards wie zum Beispiel die Akkreditierung durch eine Universität sind verbindlich für besonders hochwertige Fortbildungen“, betont Klech. So startet beispielsweise im Herbst 2017 der international akkreditierte Diplomkurs „Health Outcome Research“. Details dazu gibt es unter www.vscr.at.



© Österreichische Ärztezeitung Nr. 17 / 10.09.2017