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Das war 2017...


Jänner

Primärversorgung: hitzige Debatten und Krisengipfel


Das Thema Primärversorgung beschäftigt die Gesundheitspolitik schon zum Jahreswechsel und nahezu das ganze Jahr 2017 hindurch. Der Inhalt der geplanten Änderungen führt wiederholt zu hitzigen Diskussionen. Die Debatte gipfelt in einem von der Bundeskurie niedergelassene Ärzte organisierten Krisengipfel im Museumsquartier in Wien, zu dem mehrere Hundert Teilnehmer aus ganz Österreich kommen.

Weitere Ereignisse:
• Die Ärztekammer Wien feiert ihr 125-jähriges Bestehen.
• Alexandra Kautzy-Willer wird zur Wissenschafterin des Jahres gewählt.
• Die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely verlässt die Politik und wird Managerin bei der Siemens Healtcare GmbH in Deutschland.


Februar

Tod von Sabine Oberhauser


Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser verliert ihren zweijährigen Kampf gegen den Krebs am 23. Feber im 53. Lebensjahr. Ihre Nachfolgerin Pamela Rendi-Wagner hat als Generaldirektorin für die Öffentliche Gesundheit die Weichenstellungen im österreichischen Gesundheitswesen zusammen mit Oberhauser in den letzten beiden Jahren maßgeblich politisch beeinflusst.

Weitere Ereignisse:
• Beim Österreichischen Impftag wird der Impfplan 2017 präsentiert.
• Die Studie zur Effizienz der Sozialversicherung wird beauftragt; Kostenpunkt: 630.000 Euro.


März

Kärnten: Petra Preiss – erste Frau an der Spitze einer Landesärztekammer


In Kärnten wird Petra Preiss nach der Ärztekammerwahl Ende März erste Präsidentin einer
Landesärztekammer. Von Mödling über Wien, die Schweiz und Südafrika hat sie ihr Beruf als Herz und Gefäßchirurgin nach Kärnten geführt. Als aktuelle Hauptthemen ihrer Amtszeit derzeit nennt sie den Wohlfahrtsfonds, den Gruppenpraxisvertrag, PHC und die Lehrpraxis.

Weitere Ereignisse:
• Der Watzlawick-Preis für das Lebenswerk geht an die Philosophin Agnes Heller.
• Der aktuelle OECD-Bericht „Health at a Glance“ verdeutlicht: Österreich ist in puncto Finanzierung längst vom Top-Investmentland in Richtung Mittelmaß unterwegs.


April

Sozialversicherung: Rabmer-Koller geht, Biach folgt


Nachdem sich Ulrike Rabmer-Koller Ende April nach nur eineinhalb Jahren von der Spitze der Sozialversicherung zurückzieht, wird Alexander Biach Anfang Mai einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Verbandsvorstands im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger gewählt.

Weitere Ereignisse:
• Wirtschaftskammer und Sozialversicherung einigen sich auf kürzere Wartezeiten bei CTs und MRTs.
• Der erste Evaluierungsbericht zum Brustkrebsfrüherkennungsprogramm wird präsentiert.
Ergebnis: Das Programm hat sein Ziel verfehlt.


Mai

Brexit im Gesundheitswesen: Prognose schwierig


Im britischen Gesundheitswesen, in dem traditionell viele EU-Ausländer arbeiten, kann der Brexit enorme Auswirkungen haben. Laut einer von der British Medical Association veröffentlichten Umfrage wollen vier von zehn Ärzten Großbritannien wegen des Brexit-Votums verlassen.

Weitere Ereignisse:

• Die ungelenkten Ströme in die Spitalsambulanz stehen im Mittelpunkt der „In Fusion“, zu der die Bundeskurie angestellte Ärzte der ÖÄK einlud.


Juni

Thomas Szekeres wird ÖÄK-Präsident


Beim 135. Österreichischen Ärztekammertag Ende Juni in Bad Hofgastein wird der Wiener Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres einstimmig zum neuen Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer gewählt.

Weitere Ereignisse:
• Das Gesetz, mit dem künftig die Primärversorgung geregelt wird, wird beschlossen.
• In Vorarlberg soll das bisherige Pilotprojekt zur Lehrpraxis in den Regelbetrieb
übergehen; auch auf die Finanzierung hat man sich geeinigt.


Juli

Tod von Walter Dorner


Der ehemalige Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Walter Dorner, verstirbt Anfang Juli nach langer schwerer Krankheit. Seine standespolitische Aktivität begann 1981; mit der einstimmigen Wahl zum ÖÄK-Präsidenten war Dorner im Juni 2007 am Höhepunkt seiner standespolitischen Karriere angekommen. Bei seiner Verabschiedung 2012 erklärte Nachfolger Artur Wechselberger: „Ich habe selten jemanden erlebt, der mit so viel persönlichem Einsatz sich einer Aufgabe so gewidmet hat wie Walter Dorner.“


August

Studie zur Allgemeinmedizin: Vielfalt statt Einfalt


Die bislang größte Erhebung der Berufsmotivation zur Allgemeinmedizin unter Studierenden und Jungärzten wird präsentiert. Ergebnis: Die Bedeutung der Allgemeinmedizin wird in Zukunft zunehmen. Die Wertschätzung des Allgemeinmediziners durch die Politik stufen die Befragten allerdings als gering ein.

Weitere Ereignisse:

• Die Ärztetage Velden feiern ihr 20-jähriges Jubiläum.


September

ÖÄK startet Kampagne: Ohne Ärzte geht's nicht


Unter dem Motto „Ohne Ärzte geht‘s nicht“ startet die Österreichische Ärztekammer vier
Wochen vor der Nationalratswahl eine umfassende Awareness-Kampagne mit Megaboards, einer Roadshow und via Social media. Die zentrale Botschaft: Gesundheitsversorgung ohne Ärztinnen und Ärzte funktioniert nicht.

Weitere Ereignisse:
• Mit erheblicher Verspätung wird die 1.400 Seiten umfassende Effizienzstudie über die Sozialversicherung präsentiert.
• Die Initiative „Arznei & Vernunft“ präsentiert die überarbeitete Leitlinie Osteoporose.


Oktober

Medizin-Nobelpreis für Klärung der circadianen Rhythmik

Der diesjährige Medizin-Nobelpreis geht an die drei US-amerikanischen Forscher Jeffrey C. Hall, Michael Rosbash und Michael W. Young für die Klärung der Mechanismen des biologischen Tag-Nacht-Rhythmus. Die Entdeckung der drei Forscher erkläre, wie Lebewesen ihr Dasein mit der Drehung der Erde synchronisieren, betont das Nobelpreiskomitee.


November

Konferenz der Ärzte in Ausbildung: Wir sind die Zukunft

Um „Leadership“ dreht sich alles bei der dritten „Konferenz der Ärzte in Ausbildung“ Ende November in Wien. Denn: Das Gesundheitswesen, die Medizin und die Herausforderungen für Ärztinnen und Ärzte insgesamt werden immer komplexer – und entsprechend anspruchsvoller wird auch die Aufgabe der Führung.

Weitere Ereignisse:

• Stefanie Essl, die jüngste steirische Allgemeinmedizinerin mit eigener Ordination, wird für ihren Einsatz im Bereich Ländliche Entwicklung zur Österreicherin des Jahres gewählt.
• Die Bundeskurie angestellte Ärzte präsentiert die aktuelle Evaluierung der Basis- und der
Facharzt-Ausbildung.


Dezember

Neuer EMA-Sitz: Amsterdam

Die EU-Arzneimittelbehörde (European Medicines Agency/EMA) wird ihren Sitz im Zuge des „Brexit“ von London nach Amsterdam verlegen. Neben 18 anderen Staaten hatte sich auch Österreich mit Wien beworben, schied aber in der ersten Abstimmungsrunde aus. Nach einem Gleichstand zwischen Amsterdam und Mailand nach drei Abstimmungsrunden
entschied das Los für Amsterdam.

Weitere Ereignisse:

• In Wien findet der 1. Österreichische Gesundheitsgipfel statt. Hochkarätige Experten aus dem In- und Ausland diskutierten dabei über das Sparen in der Gesundheitspolitik und das Wegrationalisieren von menschlichen Werten.



© Österreichische Ärztezeitung Nr. 23-24 / 15.12.2017