Hofmobiliendepot: Grace Kelly
Lebenslang eine Märchenprinzessin
Schon als sie „nur“ einer der größten Stars von Hollywood war, haftete Grace Kelly das Image einer geradezu unirdisch schönen Prinzessin an. Durch ihrer Heirat mit Fürst Rainer wurde sie „echte Fürstin“ von Monaco.
Von Renate Wagner
Es war vor etwas mehr als 25 Jahren, am 13. September 1982, als eine der berühmtesten Frauen der Welt, Monacos Fürstin Gracia Patricia, bei einem Autounfall auf den gewundenen Straßen der französischen Riviera ums Leben kam.
Grace Kelly wurde schon zu ihren Lebzeiten mehr als Mythos denn als lebendiger Mensch wahrgenommen. Ihre außerordentliche Schönheit – ein edles, ebenmäßiges Gesicht, von strahlendem blondem Haar umgeben, eine aristokratische Persönlichkeit mit dem Hauch der Unnahbarkeit – hatte sie auf der Filmleinwand berühmt gemacht. Die beste Rolle von allen, die der „echten“ Fürstin, spielte sie ihr halbes Leben lang ebenso vollendet.
Die Ausstellung im Hofmobiliendepot macht man sich nun in 110 Fotos auf die Spuren dieser Grace Kelly. Bekannt wurde sie 1952 mit dem klassischen Western „Zwölf Uhr Mittags“ sowie mit den drei Filmen, die sie mit Alfred Hitchcock drehte: „Bei Anruf Mord“, „Das Fenster zum Hof“ und „Über den Dächern von Nizza“. Tatsächlich hat die 1929 als Tochter einer irischstämmigen US-Millionärsfamilie geborene Grace nur vier Jahre vor Filmkameras verbracht, aber diese elf Filme reichten für Weltruhm und sogar den begehrten „Oscar“. Sie erhielt ihn für eine Charakterrolle in „Das Mädchen vom Lande“, wo man ihr außerordentliche darstellerische Fähigkeiten bestätigte. Der Rest ihrer Leinwand-Aufgaben forderte ihr nicht mehr als Schönheit, Lebendigkeit, Charme und eine sehr diskrete, aber unleugbare Erotik ab, die im Gegensatz zu ihrer Damenhaftigkeit stand, die ihr auch den Ruf einer „Eisfee“ eingebracht hatte. Die zahlreichen Starfotos aus ihrer Filmzeit, teilweise durchaus im „Pin Up“-Look, wobei sie nie lasziv wirkte, zeigen, dass Grace Kelly das Spiel mitspielte, dass sie alles tat, um auf Bildern ihr Image vollendeter Schönheit zelebrieren zu lassen. Und sie war auch bereit, während der Filmfestspiele in Cannes den Fürsten von Monaco zu besuchen – und was als Publicity für beide Teile gedacht war, führte zu einer Romanze, die in eine Ehe mündete, die alles überstrahlte.
Die Hochzeitsfotos von 1956 erzählen von einem Märchen, die Familienfotos mit den drei hübschen Kindern, die sich in schneller Folge einstellten, desgleichen. Dass der optische Reiz von Grace Kelly, die zu Fürstin Gracia Patricia geworden war, nur bis zum Beginn der 1970er Jahre anhielt, verschweigt die Ausstellung ebenso wie manchen Fleck in ihrer Biographie, wozu nicht zuletzt die Sorgen mit den heranwachsenden Kindern zählten.
Und gäbe es nicht zwei verschämte Zeitungsausschnitte, man wüsste gar nicht, unter welch tragischen Umständen dieses Leben endete, das stets nur als glanzvolle Oberfläche an die Öffentlichkeit gelangt ist.
Was, Wann, Wo:
GRACE KELLY. Fotografien
Bis 8. Juni 2008, täglich außer Montag 10 bis 18 Uhr
Hofmobiliendepot, Möbel Museum Wien, Andreasgasse 7, 1070 Wien
www.hofmobiliendepot.at
© Österreichische Ärztezeitung Nr. 8 / 25.04.2008





