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Medizinische Kurzmeldungen
Hacker: Gefahr für Herzschrittmacher
In Labortests ist es Forschern der Universität von Massachusetts gelungen, Signale eines implantierbaren Kardioverter-Defibrillators (ICD) abzufangen. Das Gerät hat persönliche Angaben zum Patienten sowie zur Behandlung enthalten. Mit einer selbst gebauten Maschine konnten die Computerwissenschafter die abgefangenen Daten verändern und so Einfluss auf die Abgabe von Elektroschocks nehmen. Mit dem technischen Fortschritt werde auch die Reichweite von Herzschrittmachern und ähnlichen Geräten größer, wodurch auch die Gefahr einer Einflussnahme von außen – etwa von Hackern via Internet – wachse. Ziel der Studie ist es, die Hersteller von medizintechnischen Geräten auf die Bedeutung von Sicherheit und Datenschutz hinzuweisen, so Studienleiter Kevin Fu, der erklärte: „Zwar gibt es bereits einige Sicherheitsvorkehrungen, diese sind aber ausbaufähig“.
APA
Feinstaub aus Dieselabgasen schädigt Gehirn
Forscher der niederländischen Universität Zuyd konnten zeigen, dass Feinstaub aus Dieselabgasen über die Lunge ins Gehirn gelangen können. Die Wissenschafter setzten zehn gesunde Menschen in einer Kammer eine Stunde lang entweder Dieselabgasen oder aber sauberer Luft aus. Die Dieselabgase, deren Konzentration etwa der an einer stark befahrenen Straße glich, lösten im Gehirn schon nach einer halben Stunde eine Stressreaktion aus. Im EEG zeigte sich, dass sich im Kortex die Informationsverarbeitung veränderte; die Reaktion steigerte sich auch noch, nachdem die Personen die Kammer verlassen hatten. Den Angaben der Forscher zufolge ist nicht bekannt, wie sich solcher Stress auf Dauer auswirkt. Es sei aber durchaus denkbar, dass eine langfristige Belastung die normale Hirnfunktion und Informationsverarbeitung beeinträchtige.
APA/Particle and Fibre Toxicology
Übergewicht erhöht Demenzrisiko
Bei Menschen, die übergewichtig sind, aber keinen ausgeprägt dicken Bauch haben, liegt das Demenz-Risiko um 80 Prozent höher als bei Normalgewichtigen. Bei dickbäuchigen Menschen erhöht es sich auf 230 Prozent, bei besonders dicken auf 360 Prozent. Wissenschafter des Kaiser-Permanente-Instituts in Oakland haben zu Beginn einer Langzeitstudie bei mehr als 6.500 Menschen im Alter zwischen 40 und 45 Jahren das Bauchfett gemessen; 36 Jahre später wurden die Betroffenen neuerlich untersucht. Ergebnis: 16 Prozent hatten eine Demenz entwickelt, wobei die Dickbäuchigen stärker betroffen waren als die Schlanken. Um das Phänomen wissenschaftlich zu erklären, seien weitere Studien notwendig, betonten die Forscher. Möglicherweise sei der Zusammenhang verhaltensbedingt: Bauchfett entstehe durch bestimmtes Verhalten, das im mittleren Lebensabschnitt die Grundlagen für die Entwicklung einer Demenz im Alter legen könnte.
APA/Neurology
Kranke Kinder durch gestresste Eltern
Der Nachwuchs von gestressten Eltern ist signifikant häufiger krank als andere Kinder – das fanden Forscher der Universität Rochester heraus. Mit Hilfe von Blutuntersuchungen an 169 Kindern im Alter von fünf bis zehn Jahren, die über drei Jahre lang durchgeführt wurden, konnte gezeigt werden, dass diese Mädchen und Buben eine erhöhte Immunaktivität aufwiesen.
Enzym verhindert Neubildung von Nervenzellen
Nach einem Schlaganfall oder bei neurodegenerativen Erkrankungen kommt es durch oxidativen Stress zu einer erhöhten Aktivität des Enzyms Sirt1. Dadurch entwickeln sich Stammzellen nicht zu den benötigten Nervenzellen, sondern nur zu Gliazellen, haben Forscher der Berliner Charité herausgefunden. Nun soll untersucht werden, wie man diese Erkenntnis therapeutisch nutzen kann.
© Österreichische Ärztezeitung Nr. 8 / 25.04.2008





