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FAQ

Migration

 

Ich bin österreichische/r Arzt/Ärztin für Allgemeinmedizin. Werde ich in Deutschland trotz unterschiedlicher Ausbildungsdauer als Facharzt/Fachärztin für Allgemeinmedizin anerkannt?

Ja. Im Rahmen der automatischen Anerkennung  von Berufsqualifikationen gemäß der Richtlinie 2005/36/EG wird Ihre österreichische allgemeinärztliche Ausbildung automatisch anerkannt und sind Sie in Deutschland berechtigt, die deutsche Berufsbezeichnung Facharzt/Fachärztin für Allgemeinmedizin zu führen.

Eine EU-Konformitätsbescheinigung zur Vorlage bei den deutschen Behörden  erhalten Sie im Bereich Internationales der Österreichischen Ärztekammer (Frau Mag. Podest).


Ich habe mein Medizinstudium in Österreich abgeschlossen. Welchen akademischen Titel darf ich in Deutschland führen?

Gemäß Artikel 5 Absatz 3 des Abkommens zwischen Österreich und Deutschland über Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich dürfen die in Österreich mit dem Studienabschluss verliehenen Grade in Humanmedizin und Zahnmedizin in Deutschland nur mit vollständigem fachlichen Zusatz (Dr. med. univ. bzw. Dr. med. dent.) geführt werden.


Ich habe mein Medizinstudium in einem Nicht-EU-Staat abgeschlossen
und in Österreich nostrifiziert.
Welchen akademischen Titel darf ich in Deutschland führen?


Da die Nostrifikation nur innerhalb Österreichs Auswirkungen entfaltet, kommt das Abkommen zwischen Österreich und Deutschland über Gleichwertigkeiten im Hochschulbereich in diesem Fall nicht zur Anwendung, und Sie sind nicht berechtigt, Ihren österreichischen akademischen Grad Dr. med. univ. in Deutschland zu führen.

Bitte kontaktieren Sie die zuständige deutsche Behörde, um zu erfragen, inwieweit Sie den akademischen Grad, der Ihnen von der Universität Ihres Herkunftsstaates verliehen wurde, in Deutschland führen dürfen.

 
Anrechnung ausländischer Ausbildungszeiten


Gibt es eine Liste von ausländischen Krankenhäusern, an denen ich eine Ausbildung absolvieren kann, die dann automatisch in Österreich angerechnet wird?

Nein, eine derartige Liste gibt es nicht.


Gibt es eine Möglichkeit, über die Anrechnung von ausländischen Ausbildungszeiten im Vorfeld eine Aussage zu treffen?

Nein.  Grundsätzlich kann von einer Anrechnungsfähigkeit im Ausland absolvierter Tätigkeiten ausgegangen werden, wenn diese den Inhalten der österreichischen Ärztinnen-/Ärzte-Ausbildungsordnung 2006 (ÄAO 2006) und der Verordnung der Österreichischen Ärztekammer über Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin und zum Facharzt sowie über die Ausgestaltung und Form der Rasterzeugnisse und Prüfungszertifikate (KEF und RZ-VO) entsprechen.  

Die Anrechnung von ausländischen Ausbildungszeiten erfolgt grundsätzlich erst nach Vorlage der entsprechenden Ausbildungsnachweise. Hierbei werden inhaltliche und formale Kriterien berücksichtigt. Wir bitten um Verständnis, dass keinerlei rechtlich bindende vorherige Zusage über die Anrechnungsmöglichkeit einer im Ausland absolvierten ärztlichen Tätigkeit erfolgen kann.


Gibt es eine zeitliche Beschränkung hinsichtlich im Ausland absolvierter Ausbildungszeiten?

Diesbezüglich gibt es keine Beschränkung. Es kann auch die gesamte Ausbildung im Ausland absolviert werden. Allerdings können immer nur vollständige Monate angerechnet werden. Die ausländischen Ausbildungszeiten werden entsprechend den Bestimmungen der österreichischen Ärztinnen-/Ärzte-Ausbildungsordnung 2006 (ÄAO 2006) und der Verordnung der Österreichischen Ärztekammer über Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin und zum Facharzt sowie über die Ausgestaltung und Form der Rasterzeugnisse und Prüfungszertifikate (KEF und RZ-VO) durch die Ausbildungskommission der Österreichischen Ärztekammer angerechnet.

Für weitere Informationen zur Anrechnung ausländischer Ausbildungszeiten siehe: Häufig gestellte Fragen zur Anrechnung ausländischer Ausbildungszeiten.

 
Facharztprüfung


Ich habe vor, meine Weiterbildung in Deutschland zu absolvieren. Muss ich die Facharztprüfung in Österreich ablegen?

Nein. Sie können die gesamte Weiterbildung zum Facharzt nach der deutschen Weiterbildungsordnung absolvieren, die Facharztprüfung in Deutschland ablegen und Ihr Facharztdiplom in Deutschland erlangen. Sofern die von Ihnen absolvierte Facharztausbildung der EU-Richtlinie 2005/36/EG entspricht, in Österreich ein entsprechendes Sonderfach besteht und sowohl das deutsche als auch das entsprechende österreichische Fach in derselben Kategorie von Anhang V Nr. 5.1.3. der Richtlinie 2005/36/EG aufgelistet sind, wird Ihr deutsches Facharztdiplom unter Vorlage einer EU-Konformitätsbescheinigung in Österreich automatisch anerkannt. Es wird kein österreichisches Facharztdiplom ausgestellt.

Siehe dazu auch das Informationsblatt Arbeiten in Deutschland.


Ich habe mein Studium in Österreich abgeschlossen und bin derzeit in Deutschland tätig.
Unter welchen Voraussetzungen kann ich ein österreichisches Diplom zum Arzt für Allgemeinmedizin/zum Facharzt erwerben?


a) Erwerb eines österreichischen Diploms zum Arzt für Allgemeinmedizin:

Sofern Sie die Voraussetzungen der mindestens dreijährigen praktischen Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin gemäß den Bestimmungen der österreichischen Ärztinnen-/Ärzte-Ausbildungsordnung 2006 (ÄAO 2006) erfüllt haben (durch in Österreich erworbene Ausbildungszeiten und ev. durch Anrechnung ausländischer Ausbildungszeiten), sowie  nach positiv absolvierter Prüfung zum Arzt für Allgemeinmedizin kann ein österreichisches Diplom zum Arzt für Allgemeinmedizin verliehen werden.

b) Erwerb eines österreichischen Diploms zum Facharzt:

Sofern Sie die Voraussetzungen der mindestens 6jährigen  praktischen Ausbildung zum Facharzt gemäß den Bestimmungen der österreichischen ÄAO 2006 erfüllt haben (durch in Österreich erworbene Ausbildungszeiten und ev. durch Anrechnung ausländischer Ausbildungszeiten), sowie nach positiv absolvierter Prüfung zum Facharzt  kann ein österreichisches Diplom zum Facharzt verliehen werden.


Welche Voraussetzungen  müssen erfüllt sein, um in Österreich die Facharztprüfung ablegen zu können?

Informationen zu den Antrittsvoraussetzungen zur Facharztprüfung bzw. zur Prüfung zum Arzt für Allgemeinmedizin finden Sie unter www.arztakademie.at unter „Prüfungen".

 
Bescheinigungen & Beglaubigungen


Ich benötige für eine ärztliche Tätigkeit im Ausland sowohl eine Bescheinigung über die EU-Konformität meiner absolvierten Ausbildung als auch eine  Disziplinarauskunft bzw. ein Certificate of Good Standing:

In den von der ÖÄK ausgestellten Bescheinigungen über die EU-Konformität der Ausbildung gemäß EU-Richtlinie 2005/36/EG wird auch der disziplinäre Status des betreffenden Arztes/der betreffenden Ärztin bescheinigt, sodass grundsätzlich keine zusätzliche Unbescholtenheitsbescheinigung erforderlich ist. (Eine Ausnahme stellt Italien dar, hier wird von der zuständigen Behörde die Vorlage gesonderter Bescheinigungen über die EU-Konformität der absolvierten Ausbildung einerseits und der Unbescholtenheit andererseits verlangt.)

Die disziplinäre Unbescholtenheit wird auch in den EU-Konformitätsbescheinigungen für Absolventen und Absolventinnen des österreichischen Medizinstudiums, die noch nie in die Ärzteliste der Österreichischen Ärztekammer eingetragen, bestätigt. Die Bescheinigung der disziplinären Unbescholtenheit hat allerdings laut EU-Recht nur eine Gültigkeit von drei Monaten.

Für Bescheinigungen über die EU-Konformität der ärztlichen Grundausbildung (Dr. med. univ.), der Ausbildung zum Arzt/zur Ärztin für Allgemeinmedizin und der Ausbildung zum Facharzt/zur Fachärztin gemäß EU-Richtlinie 2005/36/EG ist eine Bearbeitungsgebühr von € 39,-- pro Bescheinigung an die ÖÄK zu entrichten.

EU-Konformitätsbescheinigungen sind laut EU-Recht unbegrenzt gültig.


Unbescholtenheitsbescheinigungen

Für Bescheinigungen, in denen ausschließlich die disziplinäre Unbescholtenheit des betreffenden Arztes/der betreffenden Ärztin durch die Österreichische Ärztekammer bestätigt wird,  ist eine Bearbeitungsgebühr von € 22,-- zu entrichten.


Verschicken Sie diese Bescheinigungen auch ins Ausland?

Ja.


Ich bin unter Zeitdruck – versenden Sie die Bescheinigungen auch express?

Nein, allerdings bieten wir PDF Versand per E-Mail an.


Kann ich meine Dokumente bei der ÖÄK beglaubigen und/oder übersetzen lassen?

Nein. Die Österreichische Ärztekammer kann weder Beglaubigungen von Dokumenten noch Übersetzungen von Facharztdiplomen oder Diplomen zum Arzt für Allgemeinmedizin vornehmen.

Beglaubigungen von Dokumenten können an einem Bezirksgericht oder bei einem Notar durchgeführt werden. Für Übersetzungen Ihrer Diplome und weiterer Unterlagen wenden Sie sich bitte an ein Übersetzungsbüro.

Für Informationen über die Rechtsgrundlagen und Vorgangsweise bei der „Haager Apostille", Beglaubigungsfreiheit oder diplomatischen Beglaubigung, wenden Sie sich bitte an das Legalisierungsbüro des österreichischen Außenamtes:

Legalisierungsbüro, Minoritenplatz 8, 1014 Wien
Legalisierungsbüro Zugang: Leopold-Figl-Gasse 5 (Nähe U-Bahnstation Minoritenplatz U3)
Parteienverkehr: ausschließlich Montag bis Freitag 9.00 bis 12.30 Uhr
Gebühr pro Beglaubigungsvermerk:  derzeit Euro 16,40 (es können je nach Umfang/Beilage weitere Gebühren anfallen)
Telefonische Auskünfte: 0501150, DW 4425
E-Mail: Opens window for sending emailabtiv5no@sonicht.bmeia.gv.at


Wie oben angeführt, stellt Ihnen der Bereich Internationales der Österreichischen Ärztekammer gerne eine EU-Konformitätsbescheinigung über Ihre in Österreich erworbene ärztliche Ausbildung und/oder eine Bescheinigung über die disziplinäre Unbescholtenheit aus.  Die Bescheinigungen sind in auch in englischer oder französischer Sprache erhältlich.