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Kurz und informativ


Cholera-Impfaktionen im Jemen und Teilen Afrikas


Die WHO, das Kinderhilfswerk Unicef, die Weltbank und die Impfallianz Gavi haben im Jemen und in Teilen von Afrika groß angelegte Impfkampagnen gegen Cholera gestartet. Insgesamt stehen dafür 4,6 Millionen Impfdosen bereit. Im Vorjahr sind im Zuge einer Cholera-Epidemie im Jemen 2.200 Menschen gestorben. Laut WHO-Vize-Chef Michael J. Ryan droht heuer möglicherweise eine noch schlimmere Epidemie. Infolge des Bürgerkriegs herrschen im Jemen katastrophale hygienische Verhältnisse; für die UNO handelt es sich um die schlimmste humanitäre Krise der Welt. Auch in vielen Ländern Afrikas grassieren Cholera-Epidemien. Den Angaben der Organisatoren zufolge sollen in Sambia, Uganda, Malawi, im Südsudan und in Nigeria mehr als zwei Millionen Menschen gegen Cholera geimpft werden.


Burgenland: Enquete zu Hausärztemangel


Der sich abzeichnende Mangel an Hausärzten und die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum standen im Mittelpunkt einer von ÖVP, den Oppositionsparteien und dem parteifreien Abgeordneten Gerhard Steier beantragten parlamentarischen Enquete. Von den derzeit 134 Allgemeinmedizinern mit Kassenvertrag kommen in den nächsten zehn Jahren mehr als 70 Prozent ins Pensionsalter. Viele Stellen müssten mehrmals ausgeschrieben werden, „in Großpetersdorf etwa mussten wir eine offene Stelle 13 Mal ausschreiben“, berichtete der Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer Burgenland, Michael Schriefl. Ein erleichterter Zugang zum Medizinstudium sei ein Lösungsansatz. Insgesamt seien finanzielle Hilfen in Zukunft unabdingbar; die geplante Landarzt-Förderung sei ein richtiger Schritt. Auch müsse das im Vergleich zu Fachärzten niedrigere Honorar der Allgemeinmediziner angehoben und eine ausgeglichene Work-Life-Balance ermöglicht werden.


AUVA betreibt Betten für das Wiener AKH


Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) hat einen Zehnjahresvertrag mit dem Wiener AKH abgeschlossenen, der mit 1. April 2018 begann. Dabei stellt sie im Lorenz Böhler-Krankenhaus sowie im UKH Meidling in Wien insgesamt 24 Unfallbetten zur Verfügung und erhält dafür 5,7 Millionen Euro pro Jahr. Als Grund für die Kooperation nennt AUVA-Obmann Anton Ofner die Tatsache, dass Wien „von den traumatologischen Kapazitäten her am Anschlag“ sei. Die AUVA habe zusätzliche Kapazitäten verfügbar machen können.


Steiermark: E-Medikation flächendeckend

Seit 10. Mai 2018 sind alle niedergelassenen Vertragsärzte in der Steiermark im Rahmen der E-Medikation verpflichtet, die verordneten Medikamente zu speichern. Die Patienten erhalten weiterhin ein auf Papier ausgestelltes Rezept, mit einem Code. In der Apotheke wird durch das Scannen des Codes die Abgabe der verordneten Arzneimittel in der e-Medikationsliste gespeichert. Wird die E-Card in der Apotheke gesteckt, kann die Apotheke die gesamte e-Medikationsliste abrufen und auf Wechselwirkungen prüfen. Die Teilnahme der Patienten ist freiwillig, eine Abmeldung jederzeit möglich. Nach dem holprigen Start des Pilotprojekts im Mai 2016 und dem baldigen Ausstieg der beteiligten Ärzte wurde das Gesamtprojekt in den vergangenen Monaten auf die gesamte Steiermark ausgerollt. „Die technischen Probleme, die es bei der E-Medikation anfangs gab, scheinen soweit beseitigt. Wir hören von den beteiligten Ärztinnen und Ärzten kaum mehr Klagen“, bestätigt der steirische Ärztekammer-Präsident Herwig Lindner.


Personen
Wien: Hacker Gesundheitsstadtrat

Die Agenden Gesundheit und Soziales übernimmt im neuen Team des künftigen Wiener Bürgermeisters Michael Ludwig der langjährige Chef des Fonds Soziales Wien, Peter Hacker. Der 54-Jährige organisierte in dieser Funktion die Krankenbetreuung, Pflege sowie die Wohnungslosenhilfe für rund 130.000 Menschen. Zuvor war Hacker elf Jahre lang städtischer Drogenkoordinator.


Großbritannien: Panne bei Brustkrebsvorsorge


Von 2009 bis Anfang 2018 haben rund 450.000 Frauen zwischen 68 und 71 Jahren in Großbritannien keine Einladung zur abschließenden Brustkrebsvorsorgeuntersuchung erhalten. In England werden Frauen zwischen 50 und 70 Jahren normalerweise alle drei Jahre automatisch zur Brustkrebsvorsorge beim Nationalen Gesundheitsdienst (NHS) eingeladen. Gesundheitsminister Jeremy Hunt entschuldigte sich im Parlament für die Versäumnisse; er macht einen „Fehler in einem Computer-Algorithmus“ dafür verantwortlich. Den Aussagen des Ministers zufolge sei nicht klar, ob es durch die Versäumnisse zu gesundheitlichen Schäden oder zu Todesfällen gekommen sei. Es sei aber möglich, dass das Leben von 135 bis zu 270 Frauen durch ausgefallene Untersuchungen verkürzt worden sei.


Steuerbonus als Motivation zu Sport

Einen Steuerbonus von bis zu 600 Euro durch die steuerliche Absetzbarkeit von Mitgliedsbeiträgen in Sportvereinen und Fitness-Centern haben kürzlich Ärztekammer Wien, der Hauptverband der Sozialversicherungsträger und die Wirtschaftskammer Wien gefordert. Diese drei Organisationen haben sich zur „Allianz für ein gesünderes Österreich“ zusammengeschlossen. Den Trend, wonach Bewegung im Alter zwischen zehn und 15 Jahren abnehme, wolle man „umkehren“, erklärte Ärztekammer-Präsident Univ. Prof. Thomas Szekeres. Durch einen gesünderen Lebensstil könnte durch Einsparungen bei Krankenhausaufenthalten das Gesundheitsbudget reduziert werden. Laut einer aktuellen Umfrage in Wien sind zwei Drittel der Befragten der Meinung, dass Mitgliedsbeiträge für Sportvereine und Fitnessstudios steuerlich absetzbar sein sollten.


Aus für „Mystery Shopping“

Erleichtert reagiert die ÖÄK auf die Ankündigung von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ), „Mystery Shopping“ abzuschaffen. Johannes Steinhart, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in der ÖÄK, gratulierte der Ministerin zu dieser Entscheidung: „Sie hat erkannt, dass Mystery Shopping eine unwürdige Gängelung darstellt, die in einer Vertragspartner-Beziehung einfach nichts verloren hat.“


Rauchverbot im Auto seit 1. Mai

Wenn Minderjährige mitfahren, ist es seit 1. Mai 2018 verboten, im Auto zu rauchen. Im ersten Montag wird kontrolliert und abgemahnt; ab 1. Juni dieses Jahres wird den Aussagen eines Sprechers aus dem Gesundheitsministerium zufolge gestraft. Für Verstöße ist ein Organmandat in der Höhe von 50 Euro vorgesehen.


ELGA: 5.000 Abmeldungen nach Forschungsdaten-Debatte

Nach der Diskussion rund um die Freigabe von ELGA-Daten für die Forschung haben sich rund 5.000 Personen von ELGA abgemeldet; somit sind derzeit insgesamt rund 273.000 Personen von ELGA abgemeldet. Das Forschungsorganisationsgesetz sieht ab 2019 leichteren Zugriff für Wissenschafter auf Datenbanken des Bundes vor.



© Österreichische Ärztezeitung Nr. 10 / 25.05.2018