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Kurz und informativ


WHO: Tabakanbau schädigt Umwelt


Erstmals hat die WHO untersucht, wie sich der Anbau und die Verarbeitung von Tabak auf die Umwelt auswirken. Ergebnis: Dadurch wird die Umwelt zerstört und die nachhaltige Entwicklung untergraben. So würden etwa für Tabakplantagen und die Verarbeitung Wälder abgeholzt, Böden ausgelaugt, Kohle und Holz verbrannt. Die entstehenden Treibhausgasemissionen verschärfen den Klimawandel. Für die Herstellung von sechs Billionen Zigaretten im Jahr 2014 sind laut dem Bericht 32,4 Millionen Tonnen grüner Tabak auf vier Millionen Hektar Land angebaut worden. Die Herstellung hat 0,2 Prozent des weltweiten Ausstoßes von klimaschädlichen Emissionen verursacht. Außerdem entstanden 25 Millionen Tonnen Abfälle. Bei der Herstellung wurden 22 Milliarden Tonnen Wasser verbraucht. Fast 90 Prozent des Tabaks werde in Entwicklungsländern angebaut, während fast der gesamte Profit der Industrie in reiche Länder fließe, heißt es im Bericht.


„Synergy Grant“ an Forscher der MedUni Wien


Eine Forschergruppe unter Beteiligung von Oskar Aszmann von der Abteilung für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie der MedUni Wien hat einen von 27 „Synergy Grants“ des Europäischen Forschungsrats (ERC) erhalten. Der Grant ist mit bis zu zehn Millionen Euro dotiert. Mit Kollegen des Instituts für Technologie in Genua (Italien) und des Imperial College London (Großbritannien) will Aszmann neue Bionik-Prothesen entwickeln. Dabei sollen Nervensignale zur Steuerung einer weichen Prothese nach dem „Soft Robotics“-Prinzip herangezogen werden und eine natürliche, intuitive Interaktion mit der Umwelt ermöglichen.


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Kinder bringt eine Frau – weltweit betrachtet – im Durchschnitt heute zur Welt; in den 1960er-Jahren waren es noch fünf Kinder. Das geht aus dem Weltbevölkerungsbericht 2018 der Vereinten Nationen hervor. In Industrieländern sind es durchschnittlich 1,7 Geburten pro Frau, in den ärmsten Ländern vier. Fast 20 Millionen Schwangerschaften jährlich sind in Afrika südlich der Sahara ungewollt. Notwendig sind bessere Angebote zu Aufklärung und Familienplanung sowie ganz generell eine bessere Gesundheitsversorgung.


Griechenland: Tote durch West-Nil-Fieber

In Griechenland steigt aktuell die Zahl der Fälle von West- Nil-Fieber weiter an. 2018 wurden insgesamt mehr als 40 Todesfälle und 312 Infektionen erfasst, die meisten davon auf der Halbinsel Peloponnes und in den Regionen um Athen und Thessaloniki. Ende September lag die Zahl der Todesfälle noch bei 30, die Zahl der weiteren Erkrankungen bei 240. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte noch höher liegen.


Kanada legalisiert Cannabis-Verkauf

Als zweites Land nach Uruguay hat Kanada kürzlich den Verkauf von Cannabis in autorisierten Geschäften an über 18-Jährige gänzlich legalisiert. Das kanadische Parlament hatte im Juni 2018 ein Gesetz gebilligt, das den Konsum und die Herstellung der Droge erlaubt. Der persönliche Besitz ist auf 30 Gramm beschränkt.


Niger: Entschädigung für Fluorid-Opfer

Nachdem in Niger Kinder wegen zu hoher Fluoridwerte im Trinkwasser bleibende Schäden davongetragen haben, hat die Regierung nun Entschädigungen in der Höhe von drei Millionen Euro zugesagt. Ärzte hatten im Jahr 2000 in der Gemeinde Tibiri wegen vermehrten Missbildungen bei Kindern zwischen 15 Monaten und 15 Jahren Alarm geschlagen. Die Kinder litten u.a. an Krämpfen und chronischen Schmerzen, ihre Knochen waren deformiert, die Zähne verfärbt. Internationale Messungen ergaben zwischen 1985 und 2000 einen deutlich erhöhten Fluoridanteil im Trinkwasser der staatlichen Wasserbetriebe: Er überschritt die von der WHO festgelegte Höchstgrenze um das Vierfache. Nach Schätzungen der Gesundheitsbehörden waren damals fast 5.000 Kinder und Jugendliche betroffen.


EU-Bürger immer gesünder

Die Lebenserwartung und die medizinische Versorgung in der EU haben sich in den letzten fünf Jahren verbessert. Das zeigt eine Studie des Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement der Wirtschaftsuniversität Wien (WU), im Zuge derer Daten von Eurostat ausgewertet wurden. Demnach ist die Anzahl von frühzeitigen Todesfällen als Folge von chronischen oder infektiösen Krankheiten ebenso gesunken wie der Anteil von Rauchern und Menschen, die durch Lärm und schlechte Luftqualität beeinträchtigt sind. Bei der aktuellen WU-Studie handelt es sich um einen Monitoring-Bericht für Eurostat, mit dem analysiert werden soll, inwieweit sich die EU in Richtung der UNO-Nachhaltigkeitsziele bewegt.


Malaysia: Rauchverbot in der Gastronomie


Ab 1. Jänner 2019 tritt in Malaysia ein Rauchverbot in der Gastronomie in Kraft. Das Verbot soll alle Restaurants, Cafés sowie alle nach außen offenen Lokale und Straßenlokale betreffen. Raucher, die das Rauchverbot ignorieren, sollen umgerechnet rund 3.300 US-Dollar Strafe zahlen, Lokale, die das Verbot nicht umsetzen, etwas weniger.


Ungarn: keine „Gender Studies“ an Unis


In Ungarn hat die Regierung das Studienfach „Gender Studies“ von den Universitäten verbannt. Ein von Ministerpräsident Viktor Orban unterzeichneter Regierungserlass streicht das Fach aus der Liste der zugelassenen Master-Kurse. Begründet wurde der Schritt mit der angeblich mangelnden Nachfrage nach Absolventen dieser Lehrgänge. Die akademische Welt hingegen wertet dies als schweren Angriff auf die Freiheit von Lehre und Forschung.


Kongo: weitere Ebola-Todesfälle

In der Demokratischen Republik Kongo hat sich die Zahl der Todesfälle im Rahmen des aktuellen Ebola-Ausbruchs auf mehr als 160 erhöht. Mitte Oktober 2018 haben die Gesundheitsbehörden eine zweite Erkrankungswelle gemeldet. Es ist bereits der zehnte Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit Entdeckung der Krankheit im Jahr 1976. 



© Österreichische Ärztezeitung Nr. 21 / 10.11.2018