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Kurz und informativ: Politische Kurzmeldungen


Fortbildungsnachweis – Stichtag 1. September 2019

Bis zum Stichtag 1.9.2019 müssen alle Ärztinnen und Ärzte mindestens 150 absolvierte DFP-Punkte, die in den vergangenen drei Jahren absolviert wurden, nachweisen. Mindestens 50 DFP-Punkte müssen dabei aus Veranstaltungen stammen; von den 150 DFP-Punkten muss es sich bei mindestens 120 DFP-Punkten um medizinische handeln. Der Nachweis selbst kann über das DFP-Diplom erfolgen, die individuelle Dokumentation des Arztes, das Online-Fortbildungskonto meindfp.at oder in Papierform.

In der aktuellen Ausgabe der ÖÄZ gibt es dieses Mal zwei DFP-Literaturstudien, mit denen Sie weitere Fortbildungspunkte sammeln können. Bitte beachten Sie: Damit DFP-Punkte bis zum Stichtag des Fortbildungsnachweises am 1. September 2019 auf das Fortbildungskonto gebucht werden können, müssen Fragebögen für alle DFP-Literaturstudien aus der ÖÄZ bis zum 12. August 2019 in der Redaktion eingelangt sein (Fax beziehungsweise Datum des Poststempels).


ÖÄK beschließt neue Notarzt-Ausbildung

Die Vollversammlung der ÖÄK hat Mitte Juni die neue Notarzt-Ausbildung beschlossen. Die neue Ausbildung beinhaltet nun – statt eines Kurses – mindestens 33 Monate spitalsgebundene Ausbildung mit exakt definierten Fertigkeiten. Danach folgen ein 80-stündiger Lehrgang (bisher 60 Stunden) sowie 20 supervidierte Notarzteinsätze. Den Abschluss bildet eine österreichweit einheitliche Prüfung. Betroffen von der neuen Notarztausbildung sind organisierte Notarztdienste, die meist von regionalen Krankenanstalten bereitgestellt werden; sie gilt nicht für allgemeinmedizinische Not- und Bereitschaftsdienste wie etwa den Ärztefunkdienst in Wien. Für ÖÄK-Präsident Univ. Prof. Thomas Szekeres wird die Ausbildung zum Notarzt in Österreich nun deutlich umfangreicher und besser. Er räumt aber auch ein, dass Ärzte genügend Zeit zu Verfügung gestellt werden müsste, um die Ausbildung in diesem erweiterten Umfang absolvieren zu können. Szekeres appellierte an die Länder beziehungsweise Krankenanstaltenträger, die Kosten der neuen Notarztausbildung zu übernehmen, „so wie uns das bei den Verhandlungen davor auch zugesagt wurde“.


21 Prozent aller Todesfälle in der EU wurden 2016 durch Lungenkrebs verursacht. Das teilte das statistische Amt der EU, Eurostat, kürzlich mit. Die höchste Rate an Lungenkrebs-bedingten Todesfällen hat Ungarn (27 Prozent), die niedrigste Portugal (15 Prozent). Österreich liegt bei rund 20 Prozent. Insgesamt war etwa ein Viertel der Todesfälle auf Karzinome zurückzuführen.


Vorsorgeuntersuchung weiterhin ohne HIV-Test

Entgegen der Ankündigung von Ex-Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) im Vorjahr, wonach der HIV-Test Teil der Vorsorgeuntersuchung werden soll, hat der Hauptverband der Sozialversicherungsträger dies abgelehnt. Begründung: Die aktuelle Evidenz zum Thema HIV-Testung empfiehlt keine allgemeine Testung. Dies geht aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der NEOS durch Gesundheitsministerin Brigitte Zarfl hervor. Des Weiteren heißt es in der Beantwortung der Anfrage, dass prophylaktische Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit beziehungsweise zur Früherkennung einer Krankheit ohne vorausgegangenen Krankheitsverdacht grundsätzlich freiwillige Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind.


Kein Rückgang bei STDs

Die Infektionsrate bei sexuell übertragbaren Erkrankungen (Sexual Transmitted Diseases, STD) ist zwischen 2012 und 2016 annährend gleich hoch geblieben, warnt die WHO in einer neuen Studie. Demnach gibt es weltweit jährlich rund 376 Millionen Infektionen bei 15- bis 49-Jährigen. Untersucht wurden Infektionen mit Trichomonaden (156 Millionen Infektionen pro Jahr), Chlamydien (127,2 Millionen), Gonokokken (86,9 Millionen) und Syphilis (6,3 Millionen). Herpes, HPV oder HIV wurden in dem Bericht nicht berücksichtigt. Die WHO fordert eine bessere Versorgung der Betroffenen, vor allem aber mehr Prävention und Aufklärung.


Niederösterreich: Bereitschaftsdienst neu geregelt

In Niederösterreich haben sich Ärztekammer, Gebietskrankenkasse und Land auf eine Neuregelung der hausärztlichen Bereitschaftsdienste geeinigt. Stimmen die Gremien der Sozialversicherung zu, gelten ab 1. Juli 2019 an Wochenenden und Feiertagen Öffnungszeiten von 9 Uhr bis 11 Uhr. Zwischen 8 Uhr und 9 Uhr sowie zwischen 11 Uhr und 14 Uhr soll Zeit für Visiten sein. Die Honorare - sowohl für die Dienstbereitschaft als auch für tatsächlich erbrachte ärztliche Leistungen - werden außerdem deutlich erhöht. Voraussichtlich ab 2020 sollen sich auch Allgemeinmediziner, die als Wahlärzte tätig sind, am Bereitschaftsdienst beteiligen können.


Österreichische Gesundheitskasse: Leitungsteam bestellt

Das im Juni bestellte vierköpfige Leitungsteam der neuen Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) tritt am 1. Juli 2019 seinen Dienst an. Generaldirektor wird Bernhard Wurzer, Alexander Hagenauer einer der drei Stellvertreter. Weitere Stellvertreter sind Georg Sima, seit 2013 stellvertretender Leiter des Gesundheitsdienstes der Kärntner GKK, und Rainer Thomas, seit 2013 Direktor und Leiter der Grundsatzabteilung im Hauptverband der Sozialversicherungsträger.


Personen:
Zarfl ist Sozial- und Gesundheitsministerin

Die Ernährungswissenschafterin Brigitte Zarfl (56) übernimmt bis zur Bildung einer neuen Regierung nach den Nationalratswahlen im Herbst dieses Jahres die Sozial- und Gesundheitsagenden. Nach ihrer Tätigkeit im Gesundheitsressort von SPÖ-Ministerin Lore Hostasch und einigen Jahren in der EU-Sozialpolitik bestellte Rudolf Hundstorfer (SPÖ) sie zur Leiterin der Präsidialsektion des Sozialministeriums.


USA: keine religiöse Ausnahme bei Impfpflicht

Der US-amerikanische Bundesstaat New York schafft Ausnahmen bei der Impfpflicht wegen religiösen Motiven ab. Seit Herbst des Vorjahres herrscht im Bundesstaat eine schwere Masern-Epidemie. In fast allen US-Bundesstaaten gibt es eine Reihe von verpflichtenden Impfungen für Schulkinder; Ausnahmen wegen medizinischen oder religiösen Gründen sind jedoch möglich. Dieses Jahr wurden in den USA bereits mehr als 1.020 Masern-Fälle registriert; das ist die höchste Zahl seit 1992.


Kongo: mehr als 2.000 Ebola-Fälle

Im Kongo sind mehr als 2.100 Menschen an Ebola erkrankt. Die seit Monaten andauernde und bisher zweitschwerste Ebola-Epidemie hat bereits mehr als 1.400 Todesfälle verursacht. Nun hat die WHO neuerlich darauf verzichtet, eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ auszurufen. Die Lage sei zwar ernst; es seien aber nicht alle Kriterien für einen solchen Schritt erfüllt. Auch im Nachbarland Uganda sind kürzlich zwei Menschen an Ebola gestorben.


Indien: erste Nipah-Infektion

Das indische Gesundheitsministerium hat kürzlich die erste Nipah-Infektion in diesem Jahr gemeldet. Das 1998 erstmals in Malaysia nachgewiesene Virus kann Fieber, Atemwegserkrankungen und tödliche Meningitiden verursachen. Bis dato gibt es weder eine Impfung noch wirksame Therapien.



© Österreichische Ärztezeitung Nr. 12 / 25.06.2019