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ArchivÖÄZ 2019ÖÄZ 21 - 10.11.2019

editorial



© Gregor Zeitler

Auf die Frage, welche konkrete Maßnahme er ins nächste Regierungsprogramm diktieren würde – wenn er es denn könnte – antwortete der Chef des Instituts für Höhere Studien, Martin Kocher, in einem Fernseh-Interview: „Bildung“. Spannend, dass ein Professor für Volkswirtschaftslehre gerade diesen Bereich nennt.

Was Kocher vor allem mit Blickrichtung auf den Fachkräftemangel als zentral erachtet, lässt sich problemlos auch auf andere Bereiche übertragen – etwa, wenn wieder einmal die Förderung der Gesundheitskompetenz der Menschen thematisiert wird.

So zeigte sich etwa bei der aktuellsten European Health Literacy Survey, dass beispielsweise in Österreich 56,4 Prozent der Befragten eine unzureichende oder problematische Health Literacy aufweisen. Österreich liegt damit um 8,8 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Nach Ansicht der Studienautoren liegt bei diesem beträchtlichen Anteil an Personen, die Probleme haben, Gesundheits-Informationen zu verstehen und danach zu handeln, die Herausforderung für die öffentliche Gesundheit in den Europäischen Staaten.

Vermutlich ist das einer der Gründe, warum es etwa im Bereich der Prävention noch so viel Luft nach oben gibt.


Herzlichst,
Dr. med. Agnes M. Mühlgassner
Chefredakteurin



© Österreichische Ärztezeitung Nr. 21 / 10.11.2019