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ArchivÖÄZ 2020ÖÄZ 1/2 - 25.01.2020

Im Fokus: Neues Coronavirus


1. Knapp 300 Infektionen

In der zentralchinesischen Metropole Wuhan ist eine zuvor unbekannte Lungenerkrankung ausgebrochen. Seit Dezember 2019 haben sich knapp 300 Menschen mit dem Virus infiziert. Außerdem wurden an mehreren Orten im Norden und im Süden Chinas Fälle nachgewiesen, u.a. in Peking und Shanghai. Erste Todesfälle waren bereits zu verzeichnen. Auch in Thailand, Japan und Südkorea gab es erste Infektionen. Alle Patienten hatten sich zuvor in Wuhan aufgehalten.


2. Ähnlichkeiten mit dem SARS-Virus

Der neuartige Erreger – das Coronavirus „2019-nCoV“ – hat laut Experten 80 Prozent Ähnlichkeiten mit dem Erbgut des Erregers, der in den Jahren 2002/2003 die SARS-Pandemie (Severe acute respiratory syndrome) hervorgerufen hat. Die weltweite Pandemie hatte 8.000 Erkrankungsfälle und rund 800 Todesfälle gefordert. Zwar ist die Schwere der aktuellen Krankheit noch unklar, einige Experten gehen aber davon aus, dass sie weniger tödlich verläuft als das SARS-Virus.


3. Übertragung von Mensch zu Mensch

Mittlerweile gehen Experten davon aus, dass der vermutlich von einem Tier auf den Menschen übergesprungene Erreger – anders als zu Beginn angenommen – auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Laut dem Robert Koch-Institut in Berlin gibt es aber keinen Beleg dafür, dass sich das Virus auf diesem Weg einfach überträgt wie bei einer Influenza, sondern nur in Ausnahmefällen. Ob Atemmasken einen wirksamen Schutz vor Übertragung bieten, ist unklar.


4. Hohe Dunkelziffer?

Das Zentrum für die Analyse globaler Viruserkrankungen in London schätzt die tatsächliche Zahl auf mehr als 1.700 Fälle. Um die Erkrankung einzudämmen, müsse rasch die Quelle identifiziert werden; als Ursprungsort gilt bislang der Huanan-Markt in Wuhan.


5. Ausbreitung befürchtet

Die WHO rechnet angesichts des weltweiten Reiseaufkommens mit neuen Fällen in anderen Ländern und hat den Notfallausschuss einberufen. Vor allem innerhalb Chinas sind anlässlich des Neujahrsfestes am 25. Jänner Hunderte Millionen Chinesen unterwegs. Die asiatischen Nachbarländer und Flughäfen in anderen Ländern weltweit haben Fieberkontrollen bei der Einreise aus Wuhan eingeführt. In Europa ist Rom der erste Flughafen, an dem Kontrollen stattfinden.

Quelle: APA, Stand 21. Jänner 2020




© Österreichische Ärztezeitung Nr. 1-2 / 25.1.2020