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ArchivÖÄZ 2020ÖÄZ 23/24 - 15.12.2020

Österreichischer Impftag: Kleiner Pieks ganz groß


Die Impfstoffe gegen des neuartige Coronavirus sind in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Der diesmal virtuell durchgeführte Österreichische Impftag 2021 ermöglicht es, sich mit Experten über den aktuellen Stand der Entwicklung, über die verschiedenen Impfstoffe und deren Herstellung auszutauschen.


Welche unterschiedlichen Impfstoffe gegen SARS­CoV­2 gibt es? Wie verhalten sich Tempo und Sicherheit bei der Zulassung? Wie sieht es mit der Versorgung mit Impfstoffen in der EU aus, welche Engpässe liegen vor? Wie soll die Bevölkerung gegen das neue Coronavirus geimpft werden, welche Logistik ist notwendig? Das alles sind Fragen, denen sich der, erstmals als Webinar stattfindende Österreichische Impftag 2021 unter dem Titel „Impfstoffe und ihre Herausforderungen: erhofft – gefürchtet – vergriffen“ widmen wird. Ganz im Zeichen von COVID­19 werden verschiedene Aspekte bei der Herstellung von Impfstoffen von unterschiedlichen Seiten beleuchtet. Damit leistet der Österreichische Impftag einen wesentlichen Beitrag in der Ärztefortbildung, um am aktuellen Stand, mit Schwerpunkt auf COVID­19, zu bleiben. Wie üblich wird im Rahmen der Fortbildung auch der Impfplan 2021 vorgestellt werden.

Aufgrund der Pandemie sind die Herausforderungen in der Impfstoffherstellung noch mehr in den Fokus gerückt, ebenso wie die Fragen nach einem zentralen Einkauf und der Verteilung in der Bevölkerung. Nicht nur die Herstellung eines neuen Impfstoffes gegen SARS­CoV­2, sondern ebenso auch die Wichtigkeit von bestehenden Impfungen, etwa jene gegen Influenza und Pneumokokken, wurde angesichts der Situation deutlicher. „Es ist mit Blick auf die weltweiten Entwicklungen in der Impfstoffherstellung wichtig, dass der Impftag – wenngleich auch virtuell – stattfinden kann, damit wir uns unter Kollegen austauschen können“, betont Rudolf Schmitzberger, Leiter des Referats für Impfangelegenheiten der Österreichischen Ärztekammer. Gerade in Pandemiezeiten seien die Entwicklungen rasant und der Bedarf nach fachlichem Austausch enorm hoch. Im Falle von COVID­19 stellt sich auch die Frage nach der Impfstrategie. Wer soll wann und wo geimpft werden? „Wichtig ist, dass natürlich das Gesundheitspersonal in der Prioritätenliste ganz oben steht, wie es auch die Regierung angekündigt hat“, sagt der Impfexperte. Das sei wichtig, um die Gesundheitsversorgung weiter zu gewährleisten und Infektionsketten zu vermeiden.

Zudem wird sich der Impftag auch diesmal wieder der Frage nach der Impfmotivation widmen. Etwa jener, ob die Pandemie zu mehr Solidarität geführt hat und möglicherweise zu einem Umdenken bei einer vorhandenen Impfskepsis geführt hat. „Die Aufklärung bei Impffragen ist eine der wichtigsten Aufgaben, um die Impfmotivation in der Bevölkerung tatsächlich zu erhöhen“, sagt Schmitzberger. Grundsätzlich sei das Thema Impfen durch die Pandemie stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Immerhin seien Impfungen eine der wichtigsten Errungenschaften in der Medizin und eine wesentliche Säule in einem stabilen Gesundheitssystem, um sich gegen vermeidbare Erkrankungen zu schützen. Ebenso wie Routine­ und Kontrolluntersuchungen leisten Impfungen ihren Beitrag dazu, Spitäler zu entlasten. „Es bleibt zu hoffen, dass sich die Impfbereitschaft langfristig verbessert, denn es ist noch viel zu tun“, sagt Schmitzberger. (sni)



Österreichischer Impftag 2021

Der Österreichische Impftag, der am 23. Jänner 2021 von der Österreichischen Akademie der Ärzte in Kooperation mit der der Medizinischen Universität Wien, der Österreichischen Ärztekammer und der Österreichischen Apothekerkammer veranstaltet wird, steht diesmal ganz im Zeichen der Entwicklung und Herausforderung von Impfstoffen. Angesichts der anhaltenden COVID-19-Pandemie wird er in Form einer virtuellen Tagung stattfinden. Die virtuelle Kongressplattform ermöglicht, den Vorträgen online live zu folgen, Rückfragen an die Referenten zu stellen, an einem interaktiven Voting (Impfquizz) teilzunehmen, sich mit anderen Teilnehmern zu vernetzen sowie im virtuellen Ausstellungsbereich in Kontakt mit Vertretern der Industrie zu treten.

Wann: 23. Jänner 2021; 8h bis 17h
Wissenschaftliche Leitung:  Univ. Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt
Anmeldung und Information: www.impftag.at

 

 

 

© Österreichische Ärztezeitung Nr. 23-24 / 15.12.2020