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Im Fokus: Influenza

 

1. Influenza-Saison in Österreich

Bereits zu Beginn der dritten Kalenderwoche in diesem Jahr wurde beim Nachweis von Influenza-Viren in klinischen Proben aus ganz Österreich ein massiver Anstieg beobachtet (62 Prozent). Dies signalisierte den Beginn der Grippewelle. Der Großteil aller Infektionen wird durch Influenza A-Viren – A(H1N1)pdm09 und A(H3N2) zu fast gleichen Teilen – verursacht; Influenza B-Viren wurden bislang nur in 14 Prozent der Proben nachgewiesen.

2. Entwicklung in Europa

Auch in einem Großteil Europas ist die Influenzavirus-Aktivität aktuell weit verbreitet; eine weitere Zunahme ist zu beobachten. In Europa zeichnet sich ein sehr variables Bild bezüglich des dominanten Influenza-Virustyps ab: In Norwegen dominieren Influenza A(H3N2)-Viren, in Russland und in Portugal Influenza B-Viren, in Spanien und der Ukraine hingegen hauptsächlich Influenza A(H1N1)pdm09-Viren, während in Frankreich zu gleichen Teilen Influenza A- und B-Viren zirkulieren.

3. Höchste Mortalität bei Älteren

Die jährliche Mortalität infolge von Influenza wird in Europa laut einer Studie auf knapp 45.000 Todesfälle geschätzt. Das sind elf Prozent der weltweiten Influenza-Mortalität. Hospitalisierungen betreffen vor allem Kinder unter fünf Jahren und Erwachsene über 65 Jahren. Im Zeitraum von 1999 bis 2015, in den auch die Influenza-Pandemie von 2009/2010 (A/H1N1) fiel, wurden 34,1 Prozent der hospitalisierten Fälle intensivmedizinisch behandelt. Die Mortalität lag bei 12,1 Prozent, wobei ältere Patienten mit 18 Prozent die höchste Spitalssterblichkeit aufwiesen.

4. Impfung ab 6. Lebensmonat

Grundsätzlich wird die Influenza-Impfung für alle Personen ab dem vollendeten 6. Lebensmonat empfohlen, besonders für Kinder, Ältere, Personen mit chronischen Erkrankungen oder anderen Risikofaktoren sowie Gesundheitsberufen.

5. Influenza-Impfstoffe

Alle in Österreich zugelassenen Influenza-Impfstoffe enthalten drei oder vier von der WHO und EMA für die jeweilige Saison empfohlene Influenzavirus-Impfstämme: zwei Influenza A-Stämme und einen oder beide Vertreter der Influenza B-Linien.



Quelle: APA



© Österreichische Ärztezeitung Nr. 4 / 25.02.2020